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·4 April 2025

Borussia bei St. Pauli: »Das Maximum herausholen«

Article image:Borussia bei St. Pauli: »Das Maximum herausholen«

Am Sonntag (15.30 Uhr) tritt Borussia Mönchengladbach beim Aufsteiger FC St. Pauli an. Die Ausgangslage hat sich seit dem vergangenen Wochenende nochmals deutlich verändert.

Seit dem vergangenen Wochenende gibt es in und um Mönchengladbach nur noch ein Thema: Europapokal. Nach dem verdienten Sieg über Leipzig und dem Umstand, dass die Konkurrenz fast ausschließlich ‘für Gladbach’ gespielt hat, steht Borussia auf Rang 5 und damit erstmals in dieser Saison auf einem der begehrten internationalen Plätze.


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Stand jetzt würden die Fohlen im Herbst in der Europa League antreten, doch auch die weitaus lukrativere Champions League ist noch in Reichweite – zwei Punkte trennen Borussia von Rang 4. Durch den neuen Modus in der Königsklasse winken allein an Geldern von der UEFA mehr als 30 Millionen Euro. Nicht eingerechnet sind die Einnahmen aus den Heimspielen und die Erfolgsprämien. Selbst wenn man, wie in diesem Jahr Leipzig, sang- und klanglos ausscheidet, klingelt es gewaltig in der Kasse.

»Die gute Ausgangslage, die wir uns erspielt haben, gibt der Mannschaft Energie«

Träumen dürfen alle Borussen vom Comeback in Europa, auch wenn es in dem Rennen um die begehrten Plätze sehr eng zugeht und es in zwei Spieltagen schon wieder ganz anders aussehen kann. Die große Frage vor dem Spiel am Millerntor ist die, wie die Mannschaft – aber auch das Umfeld – mit den veränderten Gegebenheiten umgeht. Bislang ist man mit dem von Tim Kleindienst ausgegebenen Motto ‘Undercover nach Europa’ gut gefahren, doch nun wird man überall als ernsthafter Anwärter hochjubelt – und hat erstmals auch etwas zu verlieren.

»Die gute Ausgangslage, die wir uns erspielt haben, gibt der Mannschaft Energie«, sagte Gerardo Seoane am Freitag bei der Pressekonferenz. »Wie schon nach dem Spiel gegen Leipzig gesagt, erlebe ich die Mannschaft sehr hungrig, sehr willig und mit einer hohen Bereitschaft, das Maximum aus unseren Möglichkeiten herauszuholen«. Und das inkludiert natürlich auch Europa – im besten Fall die Champions League.

»Das Tun ist am Sonntag halb vier auf dem Platz«

»Es bringt uns allerdings letztendlich nichts, wenn wir träumen, aber das Tun vermissen lassen«, räumte der Schweizer in seiner betont sachlichen Art ein. »Das Tun ist am Sonntag halb vier auf dem Platz«. Dort erwartet Seoane, dass die Mannschaft einmal mehr die Basics abruft. »Die defensive Kompaktheit, das Zusammenarbeiten vor allem auch nach hinten, diese Opferbereitschaft für die Mitspieler und die Mannschaft.« Gleichzeitig fordert er ein, »mutig zu spielen und unsere Ballgewinne in schnelle Umschaltsituationen umzumünzen sowie die Spielanteile an uns zu reißen«.

Bei diesem Unterfangen kann Seoane wieder auf Tim Kleindienst zurückgreifen, der gegen Leipzig gesperrt fehlte. »Wir alle wissen, wie wichtig Tim für unser Spiel ist. Wichtiger war aber, dass wir ohne Tim gegen Leipzig gut performt haben und das Vakuum füllen konnten«. Natürlich wird Kleindienst wieder in die Startelf zurückkehren – nicht nur wegen seiner Torquote. »Er gibt uns auch mit seiner Energie und Robustheit ein anderes Profil als mit Tomáš Čvančara vorne drin. Gerade bei hohen Bällen, bei den Standards offensiv wie defensiv, hat Tim eine ganz andere Präsenz.«

Sander fehlt weiterhin

Fehlen wird am Millerntor weiterhin Philipp Sander, dessen Blutwerte nach einem Infekt immer noch kein Training zulassen. Ansonsten konnten sowohl Plea als auch Scally ohne Probleme mittrainieren und werden zur Verfügung stehen. So ist damit zu rechnen, dass Kleindienst für Čvančara die einzige Änderung in der Startelf sein wird, auch wenn Seoane explizit darauf hinwies, dass auch Nathan Ngoumou wieder bei 100 Prozent sei. Möglicherweise könnte es hier ein ‘Jobsharing’ mit Franck Honorat geben. Aber das bleibt abzuwarten.

Klar ist, dass die Borussen beim abstiegsbedrohten Aufsteiger aus Hamburg als Favorit ins Rennen gehen. Die Erwartungshaltung ist selbst bei chronisch skeptischen Borussenfans vergleichsweise hoch. Warum sollte die seit Monaten so stabile Mannschaft ausgerechnet gegen St. Pauli ins Trudeln geraten? Weil es typisch Borussia wäre? Oder weil es schon so absurd genug ist, dass Gladbach die letzten vier Auswärtsspiele in Folge gewonnen hat? Am Sonntagnachmittag gibt es die Antwort.

von Marc Basten – TORfabrik.de | Foto: Norbert Jansen – Fohlenfoto

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