
Miasanrot
·4 April 2025
Knapper 3:1-Sieg des FC Bayern in Augsburg

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·4 April 2025
In einem engen Spiel hat sich der FC Bayern letztlich verdient mit 3:1 durchgesetzt. Entscheidend war dabei vor allem ein Platzverweis gegen den FC Augsburg.
Mit der aktuell besten Bundesliga-Bilanz seit sieben Jahren (65 Punkte nach 27 Spielen) und nur einer Niederlage in den letzten 14 Pflichtspielen reiste der Rekordmeister am Freitagabend mit viel Selbstvertrauen, aber auch mit großem Respekt nach Augsburg. Denn Augsburg, seit 11 Spielen unbesiegt, wollte die Münchner natürlich bremsen.
Für die Bayern fehlten weiterhin nicht nur die Langzeitverletzten Alphonso Davies (Kreuzbandriss), Dayot Upamecano (Knieverletzung) und Hiroki Ito (Mittelfußbruch), sondern auch Kingsley Coman (Reizung im linken Fuß), Aleksandar Pavlović (Infekt) und Manuel Neuer (Muskelfaserriss in der rechten Wade).
Lennart Karl (bisher 30 Tore in 25 Einsätzen in der U-17/U-19) stand dagegen erstmals im Profi-Kader, außerdem war Jonah Kusi-Asare erneut im Aufgebot. Bei den Bayern kamen im Vergleich zum Spiel gegen den FC St. Pauli zwei neue Spieler zum Einsatz: Josip Stanišić ersetzte den formschwachen Raphaël Guerreiro, außerdem spielte João Palhinha für den zuletzt noch leicht angeschlagenen Leon Goretzka, der aber auf der Bank Platz nehmen konnte.
Anfangsphase mit StartschwierigkeitenDer FC Bayern versuchte wie gewohnt, schnell Spielkontrolle zu übernehmen, zeigte jedoch Schwächen im Gegenpressing. Unsicherheiten traten zutage – etwa durch einen Fehlpass von Minjae Kim bereits in der 3. Minute. In der 11. Minute nutzte Joshua Kimmich einen Fehlpass von FCA-Keeper Dahmen, spielte blitzschnell auf Jamal Musiala, doch dessen Annahme wurde von Zesiger zur Ecke geklärt.
Auch Konrad Laimer scheiterte in der 15. Minute nach einem präzisen Zuspiel von Michael Olise. Die erste echte Chance entwickelte Leroy Sané in der 19. Minute mit einem Abschluss, der knapp am linken Torpfosten vorbeiging. Sein erneuter Versuch in der 26. Minute nach Vorarbeit von Harry Kane landete auch neben dem Tor.
Die Quittung folgte in der 29. Minute: Nach einem Freistoß übersah Konrad Laimer den Laufweg von Giannoulis, Eric Dier reagierte zu langsam, und der FCA machte das 1:0. Doch die Münchner reagierten. In der 42. Minute setzte sich Sané im Duell gegen Wolf auf der linken Seite durch, dribbelte temporeich und passte präzise in den Strafraum. Musiala, zunächst von Zesiger gestoppt, kämpfte sich gegen vier Gegner frei und traf zum 1:1-Ausgleich.
Zweite Halbzeit mit WendepunktenGleich nach der Pause traf Olise in der 52. Minute die Latte – zeitgleich lag Musiala verletzt im Strafraum. Der verletzungsbedingte Ausfall (ersetzt durch Thomas Müller) belastete die Bayern. Die Wende brachte dann die 60. Minute: Nach gelb-rot gegen Zesiger (58. Minute) flankte Olise perfekt auf Kane, der mit einem souveränen Kopfball das 2:1 erzielte.
Trotz teilweise späten Drucks von Augsburg behielten die Bayern nach der Überzahl die volle Spielkontrolle. Serge Gnabry (67. Minute für Olise eingewechselt) setzte mit einer Vorlage für Sané in der 87. Minute noch einen Akzent. In der 93. Minute machte Sané den Deckel drauf, er traf sicher nach Vorlage von Kimmich zum 3:1.
2025: Leroy Sané ist in Form – Jamal Musiala fällt ausLeroy Sané zeigte sich – ähnlich wie bereits im Spiel gegen den FC St. Pauli – in sehr guter Form und war neben Olise der gefährlichste Bayern-Spieler auf dem Platz. Durch seine Schnelligkeit und Dribblings entstanden immer wieder gefährliche Situationen, wobei er auch geschickt die Seiten wechselte und so die kompakte Abwehr der Augsburger teilweise aus dem Gleichgewicht brachte. Seine Dynamik und sein Spielverständnis sorgten dafür, dass die gegnerische Defensive immer wieder unter Druck stand. Auch wenn seine Abschlüsse diesmal nicht immer den gewünschten Erfolg brachten (wie zum Beispiel sein erfolgloser Abschluss in der 87. Minute), war seine Leistung dennoch sehr gut und gibt Anlass zur Hoffnung, dass er seine Torgefährlichkeit in den kommenden Spielen wieder steigern kann. Er machte mit dem 3:1 den Deckel auf das Spiel.
Jamal Musiala wirkte anfangs noch unsicher, verspielte mehrere aussichtsreiche Gelegenheiten und schien nicht die gewohnte spielerische Leichtigkeit zu besitzen. Das Jahr 2025 war und ist bisher noch kein Musiala-Jahr: Mit nur drei Torbeteiligungen in der laufenden Saison lag er vor dem Spiel deutlich unter seinen eigentlichen Fähigkeiten und den Erwartungen, die in ihn gesetzt werden. Mit seinem Tor in der 43. Minute sollte sich das eventuell ändern. Dann aber kam die 52. Minute in der er verletzt das Feld verließ. Dabei sah es nicht nach einer harmlosen Verletzung aus, was die Sorgenfalten bei den Bayern extrem vergrößerte. Gerade in der entscheidenden Phase der Saison ist Musialas Kreativität und Treffsicherheit unersetzlich. Die Verletzten-Misere wird langsam tragisch.Offensive Lösungen vor dem Spiel gegen Inter MangelwareGegen die defensivstarken Italiener werden kreative Lösungen und taktische Flexibilität entscheidend sein. Ähnlich wie der FCA – wenn auch auf höherem Niveau – setzt Inter Mailand auf aggressives Pressing, schnelles Umschaltspiel und eine extrem kompakte Defensive. Die Bayern müssen daher mit hohem Tempo, variablen Angriffswegen und schnellen Kombinationen arbeiten, um die gut organisierten Reihen der Nerazzurri zu knacken. Ohne diese Dynamik und Ideen im letzten Drittel wird es schwer, gegen die erfahrenen Italiener erfolgreich zu sein.
Besorgniserregend war teilweise die schwerfällige und müde wirkende Spielweise der Bayern in der ersten Halbzeit gegen Augsburg. Dass die Mannschaft trotz einer spielfreien Woche so energielos agierte, wirft – trotz der vielen Verletzten – Fragen auf. Schließlich wird in den kommenden Wochen die Belastung durch Champions League und Bundesliga noch steigen. Wenn schon jetzt die Frische fehlt, wie soll dann die nötige Intensität in den entscheidenden Duellen aufrechterhalten werden?
Angesichts dieser Ausgangslage und der anhaltenden Verletztenmisere ist dass Weiterkommen der Bayern gegen Inter Mailand keinesfalls sicher. Zwar haben die Bayern individuell die qualitativ stärkeren Spieler, doch gegen eine defensivdisziplinierte und kämpferisch eingestellte Mannschaft wie Inter kann das auch einmal nicht ausreichen. Es braucht mehr Spielintelligenz, bessere Laufarbeit und vor allem eine höhere Effizienz in den Abschlüssen. Das aggressive Pressing ist wegDas offensive 1-gegen-1-Pressing, das zu Saisonbeginn noch als Markenzeichen von Vincent Kompanys Bayern galt, scheint aktuell kaum noch erkennbar. Statt mit hoher Intensität den Gegner früh zu stören, wirkte die Mannschaft fast zurückhaltend, manchmal sogar unsicher in ihren Pressing-Impulsen. Die Gründe dafür sind vielfältig: Die vielen Verletzungen – insbesondere von Schlüsselspielern wie Davies, Upamecano und Neuer – haben die taktische Kontinuität gebremst. Zudem könnte Kompany aus ergebnisorientierter Vorsicht die Risikobereitschaft reduziert haben, um die instabile Defensive nicht zu überfordern.
Gegen Augsburg zeigte sich diese Passivität besonders deutlich: Statt den FCA unter Druck zu setzen, ließen die Bayern den Gegner bis zum Platzverweis oft ungestört aus der eigenen Hälfte herausspielen und gerieten selbst in gefährliche Pressing-Situationen.
Die fehlende Aggressivität ohne Ball führte dazu, dass kaum Ballgewinne in vorderen Positionen erzielt wurden – und damit auch weniger schnelle Umschaltmomente, die eigentlich eine Stärke dieser Mannschaft sein könnten. Von der dynamischen Offensiv-Power, die in früheren Spielen überzeugte, war wenig zu spüren; stattdessen wirkte das Spiel stellenweise lethargisch und ideenarm.
Fraglich ist, ob diese Zurückhaltung eine bewusste taktische Anpassung ist oder Ausdruck mangelnder Spitzigkeit bzw. Überzeugung. Gerade gegen defensivstarke Teams wie Inter Mailand wäre jedoch genau diese Pressing-Energie nötig, um früh den Ball zu erobern und das Spiel zu kontrollieren. Falls Kompany und das Team hier keine Lösung findet, könnte die fehlende Aggression ohne Ball zum entscheidenden Nachteil in den kommenden Top-Spielen werden.