Borussia Dortmund
·27 February 2025
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·27 February 2025
Du warst 2023 bereits im Final Four der European League in Graz 2023, jetzt kämpfst Du mit dem BVB in Stuttgart um den DHB-Pokal. Wie blickst Du auf das Final4?„Alle, die dort waren, erzählen mir, wie unfassbar geil das Erlebnis ist. Ich freue mich darauf, endlich diesen Moment erleben zu dürfen und bin sehr gespannt. Wir werden eine gelbe Wand hinter uns haben, auf die ich mich wahnsinnig freue. Das gibt uns einen zusätzlichen Push, den wir nutzen wollen. Graz war schon besonders, aber ich hoffe auf noch bessere Momente in Stuttgart.“
Im Halbfinale wartet der Deutsche Meister HB Ludwigsburg. Das Hinspiel in der Liga habt Ihr gewonnen, das Rückspiel vergangene Woche in Ludwigsburg verloren. Was erwartet Euch beim dritten Aufeinandertreffen in dieser Saison?„Wir hatten im Heimspiel mehr Biss, haben ihnen mehr Gegenwehr geboten und ihre Schwächen bestraft. Im Rückspiel hatten wir mehr mit uns und unserer Leistung zu kämpfen, als uns auf Ludwigsburg zu konzentrieren. Es ist eine unglaublich schwere Aufgabe für uns, aber wir wissen, was wir können und haben auch bewiesen, dass wir Ludwigsburg schlagen können. Unsere Abwehr muss die Grundlage für alles andere sein. Mit unseren Fans im Rücken wollen wir den ersten Schritt Richtung Pokal machen.“
Worauf kommt es für Euch als Mannschaft an, um erfolgreich zu sein?„Das Final4 ist besonders, weil du innerhalb weniger Stunden zwei sehr wichtige Spiele hast und wenig Regeneration. Umso wichtiger ist es, als Team zusammenzustehen. Wir müssen als Mannschaft füreinander funktionieren und Leidenschaft zeigen. Nur dann haben wir eine Chance, den Pokal zu gewinnen. Immer, wenn wir in einen Flow gekommen sind, haben wir die Spiele in diesem Jahr für uns entschieden. Wenn wir am Samstag in den Flow kommen, ist vieles für uns möglich. Wir werden in zwei Spielen alles reinwerfen und am Ende hoffentlich den Pokal holen.“
Fast hättest Du diese Chance nicht bekommen: Anfang 2020 hast Du zwischenzeitlich mit dem Handball aufgehört. Warum?„Ich hatte schon vor der Corona-Zeit das Gefühl, den Spaß am Handball zu verlieren. Es war ein komisches Gefühl für mich, wenn man sein ganzes Leben lang einen Sport betrieben und geliebt hat und dann plötzlich keine Freude mehr daran hat. Dazu ließen meine Schulnoten nach und ich wollte etwas daran ändern. Ich wollte mein Abitur in meiner Heimat Wolfsburg und im Umkreis meiner Familie machen. Da sah ich den Handball eher als Hindernis, um das erfolgreich zu schaffen.“
…und dann hat Dich im Oktober 2020 das Handball-Fieber doch wieder gepackt?„Ja, total. Mit der Zeit merkte ich, dass die Schule mir leichter fiel als zuvor. Dann sagte ich meinem Vater eines Abends, dass ich gerne ein Spiel in Wolfsburg ansehen möchte. Die Frauen spielten damals in der Oberliga. Er war überrascht, aber nach dem Spiel stand für mich fest, dass ich wieder spielen will. Nach einem kurzen Gespräch, in dem ich meinen Fokus auf die Schule verdeutlichte, gab mir der VfL Wolfsburg die Möglichkeit, die Schule in den Vordergrund zu stellen und dennoch Handball zu spielen. 2022 habe ich dann ein duales Studium in Dresden für den Wechsel zum BVB abgesagt.“
Und jetzt stehst Du mit dem BVB im Final4. Was würde es dir bedeuten, am Sonntag mit der Borussia den Titel zu gewinnen?„Nach fast drei Jahren in Dortmund wäre es für mich der erste Titel mit der Mannschaft. Das würde mir alles bedeuten. Wir trainieren jeden Tag genau für diese Spiele und Momente. Wir müssen das genießen, aufsaugen und unsere Leistung gemeinsam auf das Feld bringen. Mit allen Emotionen. Schon bei dem Gedanken bekomme ich Gänsehaut. Es ist mit das Größte, was du erreichen kannst. Ich sehe uns bereit als Mannschaft, und wir haben uns das auch einfach verdient.“