90min
·3 de abril de 2025
Més que un Team: Eine Ode an Flicks Barça

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·3 de abril de 2025
Der FC Barcelona - més que un club für die einen, Erzrivale und Hassfigur für die anderen.
Für mich in dieser Saison eine fußballerische Augenweide - losgelöst von den Irrungen und Wirrungen im Klub samt der finanziellen Schieflage.
Sportlich hat Hansi Flick in seiner ersten Saison in Katalonien ein Monster erschaffen. Ein Monster, das nach Toren und Offensivspektakel dürstet, defensiv auf dem Drahtseil wandelt und lieber 4:3 als 1:0 gewinnt.
Es gibt sie zwar auch, die Spiele, in denen Barça defensiv stabil ist und kaum etwas zulässt. Wie jüngst beim 1:0-Auswärtssieg bei Atletico Madrid im Rückspiel des Copa-del-Rey-Halbfinals. Das Hinspiel beschreibt den FC Barcelona 24/25 aber deutlich besser: Im Olympiastadion gab es ein spektakuläres 4:4 zu sehen.
Über die Defensive mit der extrem hoch stehenden Abwehrkette und der inflationär genutzten Abseitsfalle will ich aber gar nicht reden. Das Spiel mit dem Ball sorgt für Begeisterung!
Die Blaugrana sind unter Hansi Flick eine nimmersatte Tormaschine. Allein 82 Treffer erzielte der Tabellenführer nach 29 Spieltagen La Liga. 32 kommen in zehn Champions-League-Partien hinzu. Macht allein in Liga und Königsklasse einen Schnitt von knapp drei Toren pro Spiel - 2,92 um genau zu sein.
Flick hat das Team nach seinen Vorstellungen ausgerichtet. Sein Barça von heute erinnert ein wenig an seine Triple-Bayern von 19/20. Nicht nur der Trainer ist dabei ein gemeinsamer Schnittpunkt - auch der Mittelstürmer ist gleich. Robert Lewandowski erzielte 19/20 für die Münchner 55 Tore in 47 Pflichtspielen. 24/25 sind es für Barça bislang 38 Treffer in 43 Partien. Der 36-jährige Pole funktioniert unter Flick einfach wie ein Uhrwerk - steht bei Barça aber nur am Ende der Nahrungskette.
Der Altmeister profitiert von seinen Hinter- und Nebenleuten. Und die haben es in sich. Dank Flick harmonieren sie in einer perfekten offensiven Komposition. Was der Ex-Bundestrainer mit Raphinha gemacht hat, wäre allein schon Lobeshymne genug wert. Der Brasilianer, vor der Saison schon als Transferflop verschrien, wurde von Flick massiv gestärkt und zum Co-Kapitän ernannt. Zurück zahlt es der 28-Jährigen mit solch konstant außergewöhnlichen Leistungen, dass man ihn in der Ballon-d'Or-Debatte ernst nehmen muss. 27 Tore und 20 Vorlagen hat Raphinha in dieser Saison schon auf dem Konto.Seine ganze Klasse lässt sich aber nicht nur an den reinen Zahlen ablesen. Raphinha ist unermüdlicher Antreiber, scheint nie müde zu werden und ist mit seinem aggressiven Pressing-Verhalten der ideale Flick-Spieler. Kein "Müller-Radio II" wie es Flick aus seiner Bayern-Zeit kennt. Aber der Spieler, an dem sich die Kollegen im Balleroberungsmodus orientieren.
"Er ist ein Kandidat."- Flick über Raphinhas Ballon-d'or-Chancen
Allein ein Duo Raphinha-Lewandowski würde Gegnern in dieser Form schon das Fürchten lehren. Wenn dann auf der anderen Seite noch ein 17-jähriges Supertalent Namens Lamine Yamal spielt, entsteht ein dreiköpfiges Scoring-Monster. Mit Yamal, der 30-Meter-Pässe punktgenau mit dem Außenrisst spielen kann, der Messi-esque nach innen zieht, der sich seine jugendliche Unbekümmertheit bewahrt und jeden Gegner auch mal im Alleingang auseinandernehmen kann.
Das furchterregende an diesem FC Barcelona ist aber nicht allein die Sturmreihe. Dahinter tummelt sich ebenfalls Weltklasse, die Flick gekonnt mit Spielern aus der eigenen Nachwuchsschmiede mixt. Ein Grund, warum sie ihn bei Barça so lieben - Flick hat keine Scheu die Eigengewächse ins kalte Wasser zu werfen. Marc Casado etwa entwickelte sich unter Flick in der ersten Saisonhälfte zum Stammspieler auf der Sechs, ehe der 21-Jährige von einer Bänderverletzung zurückgeworfen wurde und für den Rest der Spielzeit ausfallen wird.Flicks Optionen im prall gefüllten Kader sind aber spektakulär. Da kommt selbst Supertalent Gavi nach seiner schweren Verletzung noch kaum zum Zug. Das Zentrum wird aktuell von Pedri und Frenkie de Jong orchestriert. Und orchestriert ist hier das richtige Wort. Über Pedri braucht man nicht viele Worte verlieren. Der noch verletzte Kapitän Marc-André ter Stegen nannte ihn jüngst im Bild-Podcast 'Phrasenmäher' nicht ohne Grund ein "Phänomen". Für Hansi Flick ist er auf dieser Postion sogar "der Beste der Welt".Mein Fokus richtet sich vor allem auf Frenkie de Jong. 2019 als riesengroßes Versprechen für 86 Millionen Euro von Ajax verpflichtet, konnte er die ganz großen Hoffnungen nie konstant erfüllen. Stattdessen gab es immer wieder Trennungsgerüchte. Der de Jong Anfang 2025 zeigt unter Flick aber genau das, wofür sie ihn für viel Geld geholt haben. Der 27-Jährige versprüht pure Weltklasse. Sogar Magie könnte man es nennen. In jeder noch so engen Situation behält de Jong die Ruhe, kann sie spielerisch lösen. Es sind die vielen feinen kleinen Aktionen, die ihn so einzigartig machen.
Schaut man insgesamt auf den Kader, sieht man, welche Optionen Flick noch hat. Auf der Zehn wirbelt Dani Olmo. Alternativ kann Barça auf Fermin Lopez setzen. Im Sturm kann Ferran Torres dem Traum-Trio die nötigen Pausen verschaffen. Und auch die Defensive ist bestens bestückt. Das sieht man schon an der Tatsache, dass Ronald Araujo keinen Stammplatz inne hat. Andrea Christensen spielt verletzungsbedingt keine Rolle. Und auch der Ausfall von Stammkeeper ter Stegen fällt kaum ins Gewicht.Mit dem aus dem Ruhestand geholten Wojciech Szczesny hat Barça einen routinierten Ersatz gefunden, der wohl bald mit einer Vertragsverlängerung belohnt wird. Davor zeigt der 33-jährige Inigo Martinze konstant starke Leistungen. Meist an der Seite eines der größten Abwehrtalente Europas. Der 18-Jährige Pau Cubarsi entzückt die Barça-Fans und lässt sie von einer ähnlichen Ära wie bei Carles Puyol oder Gerard Piqué träumen. Die Qualitäten dafür hat der fünffache spanischen A-Nationalspieler auf jeden Fall.Die rechte Defensivseite wird derweil von Dauerbrenner Joules Koundé besetzt, der dem Barça-Spiel die nötige Balance gibt. Links hinten hat mit Alejandro Balde ein weiteres Eigengewächs seinen Platz.
Insgesamt ergibt sich daraus ein Kader, den Flick in kürzester Zeit zu einem Triple-Anwärter geformt hat. Für den 60-Jährigen würde sich ein Kreis schließen. Bis dahin lehne ich mich einfach zurück und genieße sein Barça-Team.